Über mich
Lange Zeit war ich überzeugt, dass ich genau wusste, wohin mein Leben führt.
Über elf Jahre habe ich mein eigenes Unternehmen aufgebaut und geführt. Ich habe Verantwortung getragen, Entscheidungen getroffen und etwas erschaffen, das mir viel bedeutet hat.
Es war mehr als ein Beruf.
Es war ein Teil meiner Identität.
Doch irgendwann begann das Fundament, auf dem ich mein Leben aufgebaut hatte, zu bröckeln.
Sicherheiten, die ich für selbstverständlich gehalten hatte, fielen weg. Finanzielle Sicherheit. Vertraute Pläne. Vorstellungen davon, wie mein Leben weitergehen würde. Und auch Beziehungen, von denen ich geglaubt hatte, dass sie mich ein Leben lang begleiten würden.
In dieser Zeit habe ich erfahren, dass Veränderung nicht nur bedeutet, etwas zu verlieren. Manchmal zeigt sie uns auch, was nicht mehr zu uns passt. Manche Verbindungen haben nicht mehr getragen. Manche Wege haben sich getrennt. Und manches, woran ich lange festgehalten hatte, durfte gehen.
Das war schmerzhaft. Und gleichzeitig hat es mir geholfen, immer klarer zu erkennen, was mir wirklich wichtig ist. Welche Beziehungen ich leben möchte. Wie ich verbunden sein möchte. Und was echte Nähe für mich bedeutet.
Innerhalb weniger Jahre wurde ich mit der Erfahrung konfrontiert, dass vieles von dem, was ich aufgebaut hatte, nicht mehr da war. Besonders als Mutter hatte diese Zeit eine Tiefe, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Rückblickend war diese Zeit nicht nur ein Verlust. Sie war auch eine Einladung. Eine Einladung, mich neu kennenzulernen. Mich von Rollen, Erwartungen und Vorstellungen zu lösen, die nicht mehr zu mir passten.
Heute weiß ich: Veränderung bedeutet nicht immer, einen neuen Plan zu finden. Manchmal bedeutet sie, im Unbekannten Vertrauen zu entwickeln.
Vielleicht kann ich Menschen deshalb heute so gut begleiten. Nicht weil ich alle Antworten habe. Sondern weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn das Leben die alten Antworten nicht mehr trägt.